Südtiroler Weinstraße – das größte Weinparadies Südtirols

Ein Plädoyer für den leichten, typischsten Südtiroler Rotwein
Die berühmteste Straße Südtirols ist eine konzentrierte Cuvée aus mittelalterlichen Burgen, Renaissance-Palazzi, malerischen Dorfkernen und barocken Kirchen


Die Südtiroler Weinstraße beginnt in Nals, führt über Andrian ins Überetsch nach Eppan und Kaltern und über Terlan nach Bozen und ins Unterland nach Pfatten, Auer, Montan, Neumarkt bis nach Salurn und von dort über Kurtinig nach Margreid, Kurtatsch und Tramin. Die berühmteste und wegen ihrer Kulturlandschaft wohl auch schönste Straße Südtirols ist in Anlehnung an die Deutsche Weinstraße im Jahre 1964 gegründet worden. Bereits in der mittleren Eisenzeit (6. bis 5. Jh. v. Chr.) haben die Räter hier eine systematische Weinkultur betrieben, mit Anbau, Erziehung und Schnitt von Rebstöcken. 15 vor Christus dringen die Römer aus der Poebene kommend nach Norden in das Etschtal vor, erobern das Gebiet Südtirol und staunen über die blühende Weinlandschaft. Als erster namentlich bekannter römischer Winzer im Gebiet Südtirol gilt der Legionär Cornelius, der in herrlicher Eppaner Panoramalage, genauer gesagt auf Girlan, einen stattlichen Weinhof bewirtschaftete. Heute führt ein mustergültig angelegter Weinlehrpfad durch die archaisch anmutenden Girlaner Rebenanlagen, die noch zu einem großen Teil von den „Pergeln“, den traditionellen Südtiroler Weinlauben geprägt sind. Ein idyllischer Wein-Wanderweg, wo die Gäste auf Schautafeln ausführlich informiert werden.
 
 
Der Wein prägt die Landschaft - die Rebfläche der Südtiroler Weinstraße erstreckt sich auf 4.250 Hektar, das entspricht 84% der gesamten Südtiroler Rebfläche! Mit jährlich weit über 1800 Sonnenstunden bieten die Tal-Lagen ideale Voraussetzungen für fruchtige, kräftige Rotweine mit alpiner Eleganz – allen voran die autochthonen Lagrein und Vernatsch. Lagrein und der „bozenäre“ genannte Vernatsch sind bereits in mittelalterlichen Urkunden als wertvolle einheimische Weine genannt. Der schwere, dunkelrote Lagrein gehört heute zu den wichtigsten roten Leitweinsorten Südtirols. Das Schutzkonsortium „St. Magdalena“ hat im 20. Jahrhundert mit Beratungen, Vergleichsverkostungen und der Ausarbeitung von St. Magdalener-Richtlinien die Basis dafür gelegt, dass der Vernatsch vom St. Magdalena-Hügel höchstes Ansehen in der Wein-Fachpresse genießt.

Die wichtigste Weißwein-Sorte Südtirols ist der Weißburgunder. Exzellenten Weißburgunder trifft man überall dort an, wo ordentlich Kalk im Boden ist wie auf den hohen Lagen von Eppan, der größten Weinbaugemeinde des Landes – hier entwickelt der Weißburgunder seine besondere Apfel-Fruchtnote, alpine Würze und nervige Säure.

Der Kalterer See ist Namensgeber des Vernatsch, der in der näheren Umgebung angepflanzt und durch das beinahe mediterrane Kleinklima eine elegante Fruchtnote entwickelt. Der Kalterersee-Vernatsch präsentiert sich mit leuchtend heller bis kräftiger, rubinroter Farbe, fruchtig-frischen Aromen mit Noten von Kirschen und Himbeeren, Bittermandel- und Veilchentönen. Kalterersee, produziert nach den strengen Regeln der Kalterersee-Charta – das ist der Vernatsch für jeden Tag und jeden Anlass.

Die Südtiroler Weinstraße ist eine konzentrierte Cuvée aus mittelalterlichen Burgen, Renaissance-Palazzi, malerischen Dorfkernen, barocken Kirchen und an die Tausend eingefleischten Weinbauern, von denen viele nach altem Brauch ein paar gute Tropfen selbst einkellern. Wie in Tramin, dem Heimatort des Gewürztraminers, der auf den Lehm- und Kalkstein-Lagen des Weilers Söll auf 600 Höhenmetern exotische Aromen entwickelt, die an Tausendundeine Nacht erinnern: taufrische Rosenblätter und Lychees, Orangenschale und Akazienhonig, Zuckerfeigen und Grapefruit-Essenz. Auf der gegenüberliegenden Talseite, auf den sanften Wein-Terrassen von Neumarkt-Mazon, wächst der beste Blauburgunder Italiens. Der empfindliche König unter den Rotweinen bildet in den kühlen Mazoner September-Nächten sein unvergleichlich elegantes Kirschen-Aroma aus – bei den jährlich in Montan und Neumarkt stattfindenden „Nationalen Blauburgunder-Tagen“ zeichnet die internationale Verkosterjury regelmäßig Mazoner Blauburgunder mit den ersten Plätzen aus.
 
 
Vorschau auf die Vinum Hotel Weingeschichte im April:

Das Königsgemüse im Frühling – Südtiroler Spargel und der ideale Spargel-Wein

Die Heimat des Spargels ist der Orient. Die Heimat des Südtiroler Spargels ist in Terlan – genauer gesagt: im Spargeldreieck zwischen Siebeneich, Terlan und Vilpian, wo heute mehr als die Hälfte der Südtiroler Jahresproduktion geerntet wird. Unter der geschützten Herkunftsbezeichnung „Margarete“ wird Terlaner Spargel in der Kellerei Terlan erfolgreich vermarktet. Der VINUM-Hotel Weinbrief im April stellt die Südtiroler Spargel-Kultur & die besten weißen Tropfen dazu vor.