Kastanien, Kerner, gesellige Zusammenkünfte im Herbst

Wo der Wein wächst, heißt es in einer Südtiroler Redensart, sind die Leute gemütlich und neugierig auf den neuen Wein-Jahrgang
Ab dem September bereiten die traditionellen Südtiroler Buschenschänken ebenso wie die engagierten Köchinnen und Köche der Vinum Hotels Südtirol hausgemachte Südtiroler Törggelespezialitäten - mit den dazu passenden Weinen ausgewählter Weingüter und den köstlichen gerösteten Kastanien mit „Sußer“ (Traubenmost) ergibt das einen genussreichen Herbst!
 
 
Der Begriff Törggelen stammt von Torggl ab, dem Raum, in dem die Weinpresse stand und in dem das Törggelen früher stattfand. Der Begriff geht also auf das lateinische torquere (drehen) zurück, was in diesem Zusammenhang Wein pressen bedeutet und mit dem Feiern der Ernte in Zusammenhang zu bringen ist.

Im Weingut J. Hofstätter in Tramin ist Erntezeit! Von frühmorgens bis spät am Abend wird gelesen, gerebelt, gepresst und eingemaischt.

Aber nach der Arbeit in Weinberg und Keller beginnt die genussvolle Seite der Lesezeit!

„Herr, es ist Zeit. Der Sommer war sehr groß.//Leg deinen Schatten auf die Sonnenuhren,//und auf den Fluren lass die Winde los.//Befiehl den letzten Früchten, voll zu sein;//gib ihnen noch zwei südlichere Tage,//dränge sie zur Vollendung hin, und jage//die letzte Süße in den schweren Wein.“

Die von Rainer Maria Rilke besungene, ja beschworene Herbststimmung entspricht gefühlvoll der Hoffnung aller Südtiroler Weinbauern: >jage die letzte Süße in den schweren Wein!< In Südtirol fallen im Herbst sowohl das Kastanien-Sammeln wie die Weinernte in die September- & Oktober-Wochen.

Dann wird in gepflegten, traditionellen Buschenschänken wie auch in den renommierten Vinum Hotels Südtirol der süße Most, die gebratenen Kastanien und der frisch vergorene Jungwein kredenzt. Der Weinbrief im Oktober ist den prächtigen Herbst-Bräuchen und Herbststimmungen in den Vinum Hotels Südtirol gewidmet!

Ursprünglich war das Törggelen eine gesellige Weinverkostung unter Weinbauern zur Erntedankzeit. Es ging darum, den ersten Wein, den "Nuien" zu probieren und ein paar Erfahrungen auszutauschen. Die traditionelle Reihenfolge beim Törggelen, am besten in einem Betrieb, der noch alles in hauseigener Produktion herstellt, ist festgelegt.

Als „Entree“ werden Schlutzkrapfen serviert, gefolgt von einfachen bis deftigen Tiroler Gerichten wie Kaminwurzen und Speck oder Schlachtplatte mit Knödel und Sauerkraut. Danach wird die eigentliche Attraktion der Törggele-Partie serviert: die unter freiem Himmel gebratenen Kastanien, in Südtirol "Keschtn" genannt, dazu süßer Wein, und zum Abschluss die traditionellen Bauernkrapfen mit Marillen-, Mohn- oder Kastanienfüllung.

Im Eisacktal, einem der „Kerngebiete“ von Wein- & Kastanienbräuchen, wartet man Jahr für Jahr gespannt auf den neuen Kerner, Sylvaner, Ruländer, Müller Thurgau, Riesling. „Gepaart mit einer dichten, belebenden Säure und einer spürbaren Mineralik ist es genau diese Aromatik“, schreibt Peter Baumgartner, der Obmann der Eisacktaler Kellerei, „welche die Eisacktaler Kerner-Weine von den meisten anderen Kernern unterscheidet, ja sogar hervorhebt und welche dadurch eine eigene Charakteristik haben: die Eisacktaler Kerner sind exzellenter Ausdruck von Rebsorte und Gebiet. Die höheren Eisacktaler Lagen bewirken eine längere Reifeperiode, womit die aromatische Reife und Ausprägung gefördert wird. Dies führt zu höherer Konzentration der Beeren und in der Folge zu mehr Ausdruck, Fruchtigkeit und der bekannten Aromatik im Wein.“
 
 
Der Vinum Hotels Weinbrief im November


„Seit zwei Jahrtausenden hat Südtirol die Aufgabe, die Verbindung zwischeen dm kühlen Norden und dem heiteren Süden zu knüpfen“
– über Wein, Wellness, SPA, Bauernbadl und die Ursprünge des Fremdenverkehrs in Südtirol
„Südtirol ist ein gottgesegnetes Land“, schrieb der unvergessene Meisterkoch Andreas Hellrigl.


„… in den Tälern blüht und grünt es, da wächst alles, was das Herz begehrt und lädt zur Einkehr ein. Das war bereits im Mittelalter bekannt. Südtirol dürfte die erste Fremdensaison bereits vor 800 Jahren erlebt haben. Selbst die Bauern gingen „ins Bad“.

Im ganzen Land berühmt waren die Heubäder, Heublumenaufgüsse, ein Bad kostete 12 Kreuzer, und sie halfen gegen Rheumatismus, Gallfuß, Gicht, Ischias. So enstand der Kurort Meran.“ Einheimische wie Gäste haben früher bis zu fünfmal am Tag diese Bäder in Anspruch genommen.

Und: weil das Wasser an den Kräften zehrte, wurde nach jedem Bade auch ordentlich gegessen – „uns sind Berichte überliefert, nach denen die Badegäste in aller Unschuld und Freude bis zu einem Dutzend kräftige Mahlzeiten pro Tag verzehrten. Die Anzahl derer, die während ihrer Kur am Schlagfluss gestorben sind, mag verhältnismäßig hoch gewesen sein.“ (Andreas Hellrigl) – in den gepflegten SPA-Landschaften der Vinum Hotels Südtirol geht es heute natürlich viel ruhiger, entspannter … und wohl auch: viel gesünder „ans Wellness-Werk“!

Der Weinbrief im November ist den gemütlichen Wellness-, SPA-Landschaften, Bauernbadlen in Südtirol gewidmet!