Der Weinbrief im Juni - Merlot

der unterschätzte tiefdunkle Südtiroler Rotwein mit der alpinen Würze
Man staunt bei internationalen Raritäten-Verkostungen immer wieder über den vollmundigen, eleganten Fruchtschmelz der besten Südtiroler Merlots – sowie darüber, dass dieser vorzügliche, schwere Rotwein so oft unterschätzt wird. Als Heimat des Merlot wird allgemein das Bordeaux-Gebiet angenommen, wo diese Rebsorte seit dem 17. Jahrhundert bekannt und seit dem 18. Jahrhundert weit verbreitet ist. Der Name stammt vom Vogel, der dieser frühreifen Sorte am hartnäckigsten nachstellt: „Merlot“ ist der Bordelaiser Ausdruck für „kleine Amsel“. Ob beim Merlot etwas Poetisches (die Ähnlichkeit der Trauben mit den blauschimmernden Federn der Amsel) oder etwas Bodenständiges (Bauernflüche über die zum Teufel gewünschten, gefiederten Traubendiebe) namensstiftend war, kann nicht mehr exakt festgestellt werden. Das gehört zu den Legenden, Anekdoten und Geschichten dieses Weines.
 
 
Mit Begeisterung, Selbstvertrauen und Überzeugungskraft zeigen die VINUM Hotels Südtirol ihren Gästen, wieviel Klasse und Potential in unseren Merlots stecken. Denn an den sonnenverwöhnten Südtiroler Südhängen entstehen komplexe und sehr subtile Merlots, die unter Weinkennern längst als beste Sortenvertreter Italiens gelten. Dazu gehört zweifellos der Merlot „Brenntal“ der Kellerei Kurtatsch - er überwältigt die Sinne mit sanfter Kraft, guter Konzentration, breiter, aromatischer Dichte: was das Trüffelschwein im Waldboden findet ist präsent, außerdem jede Menge Waldbeeren, auch Schokolade, sogar Tabak und frisch geröstete Kaffeebohnen. Man kann auch den etwas zarteren Merlot „Huberfeld“ der Kellerei St. Pauls gerne trinken. Er ist etwas weniger fleischig-füllig, begeistert jedoch mit mineralischer Frische. Das Wunderbare an diesem Merlot, erklären unisono Polt Kager (Obmann) und Wolfgang Tratter (Kellermeister), entsteht im Weinberg. Die Lage Huberfeld mit ihrem lehmreichen, gut durchlässigen Boden ist eine exzellente Merlot-Kleinlage Südtirols.
Das größte Weinpotential schlummert wohl bei den schweren roten „Brocken“, bei den tiefdunklen Rotweinen, die aus der Gegend von Siebeneich und Terlan kommen – gute Beispiele dafür sind die Cabernets und Lagrein vom Kornellhof des Florian Brigl. Und über allen „Kornellhof“-Roten thront der Merlot: kompakt, sehr fruchtig, elegant mit viel mineralischem Schwung, kräftige Gerbstoffe.
Der Traum von Florian Brigl & seinem talentierten Kellermeister Marco, einen Südtiroler Super-Merlot, quasi einen Südtiro-Pomerol in die Flasche zu bringen, ist (wenn auch nur für 1200 Flaschen ….) mit dem 2013er „Vigna Kressfeld“ gelungen. Ja, Südtirol hat auch schönes Merlot-Potential. Auch großes Standvermögen haben die roten Südtiroler Gustostückerln, sogar der „äquatorial-afrikanische“ Hitzejahrgang 2003 verblüffte bei internationalen Vergleichsverkostungen – so der gerbstoff-würzige, sehr fruchtige´03er Merlot St. Valentin der K. St. Michael, der auch nach zehn Jahren Lagerzeit erstaunlich frisch und elegant wirkte.
Weitere herausragende Südtiroler Merlots, die in allen VINUM Hotels Südtirol angeboten werden: „Gant“ von der Kellerei Terlan, Merlot „MMXV“ von Lageder, „Spitz“, Griesbauerhof, „Mühlweg“, Niedrist, „Siebeneich“, Kellerei Bozen, „Levad“, Kelleri Nals-Margreid/Entiklar.
 
 
Der VINUM-Hotel Weinbrief im Juli:
„Weine auf den Punkt bringen“ - Helfen uns Schulnoten beim Weintrinken?

Man kann von einem Wein sagen, dass er 15 von 20 Punkten hat. Oder dass er einen Charakter wie Madonna zeigt. Ist das gut oder nicht? Helfen uns Schulnoten beim Weintrinken? Mit Geduld, Einfühlungsvermögen und Überzeugungskraft zeigen die VINUM Hotels Südtirol ihren Gästen ein paar Tipps, wie man sich sein Weinzeugnis selbst ausstellen kann. Denn wenn wir den Notenschlüssel vergessen haben? Dann schicken wir alle Noten zum Teufel und reden über ein gutes Glas Wein ganz normal!