"Rettet den Vernatsch!"

Ein Plädoyer für den leichten, typischsten Südtiroler Rotwein
Der moderne Südtiroler Vernatsch besticht durch Finesse und Eleganz und verblüfft durch erstaunliche Langlebigkeit!

Die Südtiroler Weine haben sich – noch! – weitgehend ihre Ursprünglichkeit und ihre regionale Identität bewahrt: Sie schmecken nach Wind und Wetter, nach Schotter-, Moränen- und Lehmböden, manchmal nach idealem, manchmal nach widerspenstigem Jahrgang. Aber es sind immer Weine mit einer klar erkennbaren Stilistik, sie sind unregelmäßig und aufregend wie die Berge an deren Hänge sie wachsen, deshalb wecken sie unsere Neugier.
 
 
Ein angenehmes, warmes Klima im Wechsel mit kühlen Frühherbstnächten und sandig-lehmige Böden verleihen dem Südtiroler Vernatsch seine attraktive, samtene Fülle mit der typischen, kräftigen Farbe und die harmonisch eingebundene, erfrischende Säure. Vernatsch ist ein schwer unterschätzter Universalwein. Wer nach einer langen Cabernet- oder Merlot-Verkostung noch eine angebrochene Vernatsch-Flasche im Keller hat, wird sich wundern, dass sich viele Gäste beim letzten Schluck für einen Vernatsch entscheiden.

Der geprügelte, vermaledeite, wunderbar süffige, verschriene, schwer „vermarktbare“, herrlich leichte, proletarische, schön fruchtige, trotz alledem immer noch identitätsstiftende Vernatsch bekommt einmal im Jahr eine noble Bühne. Immer im Mai, wenn Hausherr Ulrich Ladurner in sein extravagantes „vigilius mountain resort“-Hotel auf den Vigiljoch zum „Vernatsch-Cup“ lockt, kommt ein international besetztes Fachpublikum zusammen, um die besten Jahrgangs-Vernatsch zu prämieren. Der Südtiroler Vernatsch Cup wurde vor dreizehn Jahren ins Leben gerufen, um den qualitätsvollen Vernatsch zu fördern. Denn nur, wenn die Weinbauern in Zukunft für den Vernatsch auch höhere Preise erwarten können, wird die wohl typischste einheimische Sorte überleben können. Der Rückgang der Vernatsch-Anbaufläche in den letzten Jahrzehnten ist dramatisch und geht über das oftmals gehörte „Gesundschrumpfen“ weit hinaus. Anno 1978 waren noch ~3.600 ha der gesamten Südtiroler Anbaufläche mit Vernatsch bepflanzt, das entspricht 67%. 10 Jahre später waren es nur noch 3.050 ha (60%), 1998 dann 2.350 ha (47%), 2008 war es nur noch ca. die Hälfte, nämlich 1.250 ha (24%) und im Jahre 2015 sind wir bei 836 ha (15%) angelangt, Tendenz leider immer noch – wenn auch nicht mehr so dramatisch wie in den vorangegangenen Jahrzehnten – sinkend.

„Der unverwechselbarste Südtiroler Wein hat genügend Säure um zu altern!“, sagt kein Geringerer als Otto Meisel, Gault Millau Wein-Experte für Deutschland. Und er macht den Kellermeistern weiteren Vernatsch-Mut:

„Eine lange, lange Lagerfähigkeit war ja bei Lebensmitteln schon immer das wichtigste Kriterium! Außerdem sehe ich in der Zukunft einen weiteren großen Vorteil des Südtiroler Vernatsch. Während sich im Zuge des Klimawandels die Alkoholgrade bei den Weinen sicher erhöhen werden, begeistert dieser schöne Wein mit seinem dezenten Alkoholwert. Das ist ein wichtiger Trumpf in naher Zukunft für den Südtiroler Vernatsch!“

Die Vinum Hotels Südtirol sind große, leidenschaftliche Vernatsch-Förderer. Denn Vernatsch ist unkompliziert, unbeschwert und heiter. Ein durch und durch fröhlicher Wein. Vernatsch spiegelt die Tradition wider, steht zugleich aber für Neues, für Leichtigkeit und Wohlgefühl. Gerade seine Leichtigkeit und seine Eleganz machen ihn interessant. Vernatsch ist so verbunden mit Südtirol wie kein anderer Wein.
 
 
Vorschau auf die Vinum Hotel Weingeschichte im April:

„Alles sprießt und schießt aus der Erde!“ - Südtiroler Spargelzeit – ein Frühlingsthema mit frischen, duftigen Weißweinen.
Paradewein zur Südtiroler Spargelzeit ist unbestritten der Sauvignon. Man kann durchaus Holunderblüte, Brennnessel und gelbe Paprika im Duft eines Südtiroler Sauvignons als Sortentypizität bezeichnen. Die Vinum Hotel Weingeschichte im April ist dem Frühlingserwachen gewidmet!